Ein Qualifizierungsbaustein für den Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt

Motivation

(Foto: Femos, Steffen Müller)

Allein in Deutschland arbeiten derzeit über 300 000 Menschen mit Leistungsminderung in geschützten Arbeitsverhältnissen, oder auch Behindertenwerkstätten. Diese Arbeitsplätze sind enorm wichtig für die Betroffenen. Sie geben ihnen eine Aufgabe und die Möglichkeit ihren Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Eine Eingliederung von Menschen mit Leistungsminderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt ist nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern vor allem aus Sicht der Menschen selbst eine große Errungenschaft. Sie wären in der Lage ihr eigenes Geld zu verdienen und würden vollständig in die Gesellschaft integriert werden. Das Projekt inluMOVE soll hierzu den Grundstein für die Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt legen.

 

Ziele

(Foto: Femos, Steffen Müller)

Das Bildungsprojekt incluMOVE lässt eine kontextbewusste und interaktive Lern- und Arbeitsumgebung entstehen, die durch Projektionen Hilfestellungen, Erklärungen und Spaß an der Arbeit bietet. Zudem soll das Lernen an diesem innovativen und barrierearmen Arbeitsplatz den Betroffenen die Qualifikation zu fünf Grundfertigkeiten geben: Montieren/Fügen, Greifen/Platzieren, Messen/Inspizieren, Einstellen und Hilfsfunktionen. Dieser Qualifizierungsbaustein soll auch überregionale Gültigkeit haben, nach § 68 BBiG und BAVBVO (IHK). Diese Qualifizierung soll Arbeitgeber, ebenso wie die Menschen mit Leistungsminderung selbst ermutigen. Die Arbeitgeber können auf die Qualifizierung dieser Menschen vertrauen und so Stellen in ihren Firmen anbieten, während die leistungsgeminderten Menschen mit Selbstsicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten eine solche Stelle antreten können.

 

Innovationen und Technik

Um Menschen mit Leistungsminderung eine optimale Lern- und Arbeitsumgebung zu bieten, werden Projektionen als Hilfestellungen verwendet. Beispielsweise kann ein projiziertes Video den Ablauf eines Monatgevorgangs im Detail zeigen und bei Bedarf vom Nutzer pausiert werden, oder Licht wird auf die Stelle eines Werkstücks projiziert, an dem das nächste Teil montiert werden soll. Ebenso ist eine auditive Unterstützung denkbar. Eine weitere Hilfestellung im Erlernen oder Durchführen eines Montagesvorgangs, wird ein haptisches Gerät sein, das die Hand eines Nutzers leitet und so das Bewegungslernen anspricht. Jedoch soll den Menschen nicht nur ein optimaler, auf ihre Fähigkeiten abgestimmter Arbeitsplatz geboten werden, sondern der Spaß an der Arbeit soll ebenfalls gefördert werden. Hierzu werden spielerische Elemente eingebaut, wie z.B. ein Punktesystem, eine Fortschrittsanzeige, die die Schnelligkeit oder Richtigkeit der durchgeführten Aufgabe anzeigt, oder ein komparativer Spielmodus, der einen spielerischen Wettbewerb anstoßen soll. Natürlich können alle Elemente individuell auf den entsprechenden Nutzer bzw. Spieltypen angepasst und ein- oder ausgeschaltet werden, um den maximalen Spaß zu fördern und keinen Druck zu erzeugen

 

 

 

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